Über die folgenden Buttons können Sie Ihre Cookie-Einstellungen auswählen. Sie können Ihre bevorzugten Einstellungen ändern und Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Eine detaillierte Beschreibung aller Arten von Cookies, die wir und unsere Partner verwenden, finden Sie in unserer Cookie-Erklärung.
Von Simone | 27. Juni 2018
Die Geschichten von Disney, die wir kennen und lieben, sind niedlich und schön. Es geht darin um zwitschernde Vögel, die Tiere des Waldes und am Schluss leben Sie alle glücklich, bis ans Ende Ihrer Tage. Die Originalmärchen zu den Filmen sind allerdings eher düster und verkorkst. Lassen Sie uns einen genauen Blick darauf werfen, was sich hinter unseren Lieblingsgeschichten verbirgt. Wie können zwei Versionen derselben Geschichte nur so unterschiedlich sein?
____________________
Aschenputtel

Die Disney Version
In der Disney-Version aus 1950 hat Aschenputtel nach dem Tod ihres Vaters sehr unter ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern zu leiden. Durch die Hilfe einer guten Fee geht Aschenputtel zum Ball und trifft den Prinzen. Sobald die Uhr aber Mitternacht schlägt, rennt sie davon und verliert ihren gläsernen Schuh. Nachdem der Prinz jedes Haus des Dorfes auf der Suche nach dem Mädchen vom Ball durchsuchte, findet er schließlich das Aschenputtel. Der Schuh passte und sie lebten glücklich, bis ans Ende ihrer Tage.
Das Original
Im Original von Charles Perrault laufen die Dinge für Aschenputtel und ihre Stiefschwestern nicht ganz so gut. Dort schneidet die Stiefmutter die Zehen ihrer Töchter ab, damit sie in den Glasschuh des Prinzens passen. Natürlich geht ihr böser Plan nicht auf und zum Ende heiratet Aschenputtel den Prinzen doch noch. Das war aber noch nicht der letzte Schreckensmoment: Während Aschenputtels Hochzeit fliegen Schwärme an Tauben vom Himmel und picken ihren Stiefschwestern die Augen aus.
Die kleine Meerjungfrau

Die Disney Version
In der Interpretation von Disney macht Arielle einen Deal mit der Meerhexe Ursula: im Tausch gegen menschliche Beine gibt Arielle ihre bezaubernde Stimme ab und geht an Land - auf der Suche nach ihrer großen Liebe. Sie verliebt sich in den Prinzen Erik. Gemeinsam besiegen sie die böse Hexe und lebten glücklich, bis ans Ende ihrer Tage.
Das Original
Die ursprüngliche Erzählung von Hans Christian Andersen ist voller Elend. Zunächst einmal: Arielle gibt im Austausch gegen menschliche Beine hier nicht ihre Stimme. In ihrem Vertrag mit der Seehexe wird festgelegt, dass jeder Schritt, den Arielle macht, ihr unvorstellbare Schmerzen zufügt, als ob sie auf Messern liefe. In der Erzählung heißt es, dass Meerjungfrauen keine Seele haben und deshalb nicht in den Himmel kommen können. Um nach ihrem Leben in den Himmel zu kommen, ist Arielles einzige Möglichkeit, den Prinzen zu einem echten Kuss zu bewegen. Doch dieser ist gerade dabei, eine andere Frau zu heiraten. Am Tag seiner Hochzeit, springt sie ins Meer und verwandelt sich in Schaum.
Die Schöne und das Biest

Die Disney Version
In dieser Geschichte landet Belle im Schloss des Biests, nachdem ihr Vater vom Biest gefangen genommen wurde, als dieser versuchte, während eines Sturms im Wald Unterschlupf zu finden. Belle bietet sich selbst als Gefangene zum Tausch gegen den Vater an. Belle und das Biest leben also zusammen, lernen einander stetig mehr kennen und verlieben sich schließlich ineinander. Dies bricht den Fluch, mit dem ihn eines eine Zauberin belegte, als er noch ein kaltherziger Prinz war und die Liebe zwischen der Schönen und dem Biest verwandelt den verwunschenen Prinzen wieder zurück in seine menschliche Gestalt.
Das Original
In der traditionelle Geschichte von „Die Schöne und das Biest“ hat die „Schöne“ zwei böse Schwestern und das Biest erlaubt Belle, ihre Familie eine Woche lang zu besuchen. Während ihres Besuchs werden ihre Schwestern auf das luxuriöse Leben mit dem Biest sehr neidisch. Sie überreden sie, noch ein wenig länger bei ihnen zu bleiben, so dass das Biest bei ihrer Rückkehr wütend sein und sie töten würde. Aber der Plan der Schwestern geht nicht auf: als sie einen Tag später als geplant zurückkommt, findet sie das Biest halbtot vor Herzschmerz. Sie gesteht ihm ihre Liebe und daraufhin wandelt sich das Biest zurück in einen Prinzen.
Pinocchio

Die Disney Version
Im Film von Disney baut Geppetto, der sich schon immer einen Sohn gewünscht hatte, eine hölzerne Puppe: Pinocchio. Die Blaue Fee erweckt Pinocchio zum Leben und erzählt ihm, dass er ein richtiger Junge werden könne, wenn er bewiese, immer tapfer, ehrlich und selbstlos zu sein. Ihm zur Seite stellt die Fee die Grille Jiminy, die als eine Art gutes Gewissen fungiert. Nach einer Reihe von Unglücken und Schwierigkeiten rettet Pinocchio Geppetto vor dem Wal und die Blaue Fee verwandelt ihn in einen richtigen Jungen.
Das Original
Auch wenn die Version von Disney schon ziemlich verdreht ist: das Original von Carlo Collodi geht noch weiter. In dieser Geschichte ist Pinocchio kein lieber Junge. Er wirft darin einen Hammer auf die Grille (die in dieser Geschichte keinen Namen hat) und tötet sie versehentlich schon im ersten Akt. Außerdem verkauft Pinocchio seine Schulbücher, die Geppetto ihm nur durch den Verkauf seines Mantels geben konnte, um an Theaterkarten zu kommen. Pinocchios Taten werden in der Geschichte stetig schlimmer. Am Ende stirbt Pinocchio einen grausamen Tod, was den Leser nicht sonderlich belastet, denn der Charakter ist nur schwer zu ertragen.
Der Glöckner von Notre Dame

Die Disney Version
Disneys Version erzählt die Geschichte von Quasimodo, einem Mann, der mit körperlichen Gebrechen geboren wurde und im Glockenturm der Kirche wohnt; ausgeschlossen von der Gesellschaft und ohne die Möglichkeit rauszugehen. Er verliebt sich in Esmeralda, eine junge und schöne Zigeunerin und hilft ihr, ihrer Hinrichtung vor der Kirche zu entkommen.
Das Original
Das Original stammt aus der Feder von Victor Hugo und endet für keinen der Charaktere angenehm. Quasimodo schafft es nicht, Esmeralda zu befreien und sie wird von Frollo gehängt. Quasimodo tötet diesen daraufhin und er selbst kann aufgrund der Trauer um Esmeralda nicht mehr essen und stirbt einen qualvollen Hungertod.
Schneewittchen

Die Disney Version
Als die böse Königin, Schneewittchens Stiefmutter, entdeckt, dass Schneewittchen die Schönste im ganzen Land ist, befielt sie dem Jägersmann, Schneewittchen zu töten. Schneewittchen aber flieht in den Wald und trifft dort auf die sieben Zwerge. Die Königin, verkleidet als alte Hexe, findet das Mädchen und gibt ihr einen vergifteten Apfel. Schneewittchen fällt um und ist vermutlich tot, bis ein schöner Prinz sie küsst und sie daraufhin erwacht. Zusammen laufen die Beiden zu seinem Schloss und die böse Königin fällt von einer Klippe und stirbt.
Das Original
Im Original der Gebrüder Grimm ist Schneewittchens Schicksal im Grunde gleich. Mit der bösen Königin ging es aber anders aus. Statt dem Sturz von der Klippe erlebte sie einen noch originelleren Tod: die böse Königin wurde zu Schneewittchens Hochzeit geladen, wo man ihr heiße Eisenschuhe gab und sie zwang, darin in ihren Tod zu tanzen.
Dornröschen

Die Disney Version
Die Prinzessin wird von einer Fee mit einem Fluch belegt, dass sie sich an einer verfluchten Spindel stechen sollte, wodurch sie in einen ewigen Schlaf verfällt. Der Fluch wird schließlich von einem Prinzen gebrochen, der Sie küsst und... naja, Sie wissen schon.
Das Original
Das Original stammt von Giambattista Basile und trägt den Titel „Sun, Moon und Talia“. Dieses Märchen ist von Disneys Interpretation sehr weit entfernt. Der Prinz ist kein Prinz, sondern ein König. Und anstatt den Fluch mit einem Kuss zu brechen, vergewaltigt er Talia. Monate später erwacht sie von der Geburt ihrer Zwillinge - Sun und Moon. Zusammen mit ihren Kindern findet sie den Weg zum Schloss des Königs. Dort versucht dessen Frau, den König dazu zu bringen, die Kinder von ihm und Talia zu essen. Und die Krönung: Er wirft seine Frau ins Feuer und heiratet Talia.
____________________
Mehr entdecken zu Disney | Schneewittchen | Bücher
Diese Artikel könnten Ihnen auch gefallen: